Im März habe ich das Buch „Totenläufer“ meine Freundin Mika M. Krüger gelesen. Es ist der erste Band der Silver Coin 203 Trilogie.
Angesichts unserer Freundschaft bin ich sehr beruhigt, dass ich das Buch ohne Zögern empfehlen kann. *Puh*. Es ist eine Dystopie.
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Silvercoin 203 - Totenläufer

Autorin: Mika Krüger
Selbstverlag
ISBN: 978-3741869341
Erscheinungsjahr: 2016
Seitenzahl: 402
Preis: 12,99€, eBook: 2,99€

Buchseite bei epubli

* Amazon I Thalia (nur eBook)

Wer?

Jeder, bei dem sich Rina sicher fühlte, ist tot. Als Lorca und angebliche Trägerin einer von der Stadtverwaltung zur Hetze erfundenen Krankheit, hat sie in Red-Mon-Stadt kein Recht auf Leben. Als sich diese Wahrheit erneut in Verfolgung und Beschuss zeigt, rennt sie wieder, wie sie immer rennen muss, und lässt ihre Freunde im Stich. Aber sie ist nicht schnell genug, sieht doch den Lauf der Gewehrs vor sich und… wird verschont.

Der Soldat hat sie fliehen lassen. Dabei ist er der kaltblütige Mörder der Regierung, angestellt um alle zu eliminieren, die innerhalb der Stadt keinen Nutzen haben. Lorca, Rebellen, Bürger, die ihren Nutzen verloren haben. Gnade passt nicht zu ihm. Er ist das Monster, dass die kalten Regeln der Stadtverwaltung durchsetzt.

Was ist in diesem unmöglichen Augenblick geschehen?

Wo?

Totenläufer spielt im Jahr 2075 in Red-Mon-Stadt, einer Stadt auf einer Insel, die damit wirbt, für alle ihre Einwohner ein sicherer Ort zu sein, denn auf dem Festland ist man nicht sicher.
In der Stadt steht Sicherheit über Freiheit. Ein Bürger muss einen Nutzvertrag haben, um des Schutzes der Gemeinschaft würdig zu sein. Leben ohne Nutzen hat keinen Wert. Es darf genommen werden. Es darf daran experimentiert werden. Und Schutz heißt, ebendiese nutzlosen Menschen zu eliminieren.

Die Stadt ist kalt, steril und unpersönlich. Während des ganzen Lesens war mir flau im Magen, meine Lungen wie mit eiskalter Luft gefüllt. Ich nahm mir die Unruhe an, die alle Charaktere umtreibt. Sie müssen immer in Bewegung bleiben und gönnen sich keine Ruhepause. So gibt es auch für den Leser keine.

Wer erwischt wird, stirbt. Der Leser sieht die Stadt mit den Augen der Nutzlosen, der Rebellen, einer Lorca; sieht U-Bahn-Tunnel, Transportschächte, Lagerräume… Verstecke.

Der Erzählstil

Mika M. Krüger schreibt schnelle Handlung. Dabei sind zwei Voraussetzungen für eine spannende Geschichte immer erfüllt:

1. Die Autorin kennt ihre Charaktere sehr gut, versteht es aber auch, sie erst nach und nach zu enthüllen. Die Charaktere entwickeln sich weniger, als dass der Leser immer mehr über ihre komplexen Motive erfährt. Da mir gerade dieses Leseerlebnis so gefallen hat, möchte ich in meiner Rezension über die Charaktere nicht zu viel verraten.

2. Es ist sehr schnell klar, dass grundsätzlich jederzeit alles auf dem Spiel steht. Keine Charakter ist sicher vor Scheitern oder Tod.

Dass die Geschichte aus vier verschiedenen Perspektiven erzählt wird (Rina, der Soldat, ein Rebell, ein ranghohes Stadtverwaltungsmitglied) gibt ihr Tiefe. Mal weiß der Leser mehr als die Figuren, mal wissen sie mehr als er.
Dabei geht es darum, was man in diesem lebensfeindlichen Umfeld schützen muss, was man dafür bereit ist, aufzugeben, und wofür es sich lohnt, weiter zu leben, wenn man alles verloren zu haben scheint.

Zweitlesefaktor

8/10. Ich habe schon wieder nach vorn geblättert. Wie weit de Charaktere schon in diesem Band gehen, ist beeindruckend. Die vielseitige Handlung lässt sich bei zweiten Mal noch besser nachvollziehen.

*lohnt*

Für alle die eine spannende Geschichte mit echten Charakteren wollen, die einen zum Nachdenken darüber bringt, was wir uns als Gesellschaft bewahren müssen.


weitere Rezensionen:

auch ganz begeistert: Buchstabenträumerei
(sie verrät mehr über die Charaktere)

beeindruckt von der Vielseitigkeit: Tintenmeer