Ich wollte diesen Artikel mit einer Zahl beginnen. Mit einer Berechnung der möglichen Wege, vom Donnerstag bis Sonntag über die Leipziger Buchmesse zu gehen.

Aber wovon soll man ausgehen, wie der durchschnittliche Besucher seine Zeit auf der Buchmesse verbringt?

Geht er von Veranstaltung zu Veranstaltung und schafft vielleicht 6-8 Veranstaltungen am Tag? Wie lang sind die Wege dazwischen?

Geht er die Stände entlang und lässt sich treiben, um Bücher und Verlage zu entdecken?

Treibt er sich, wie ich, an mindestens einem Tag bis zu 3 Stunden in der Messebuchhandlung herum?

Und ist er ein Mann oder eine Frau? Denn wie wir alle wissen macht das einen großen Unterschied in der Zeit aus, die für das Schlange stehen während der Toilettenpausen anzunehmen ist.

Ich habe mit meinem Freund darüber gesprochen, wie wir die Zahl unserer möglichen Wege über die Leipziger Buchmesse errechnen könnten. Letztendlich möchte ich auf seine Aussage zurück fallen:

„Drea, die Anzahl der möglichen Wege ist größer die die Anzahl der Atome im Universum." mein Freund
Deshalb liebe ich es so, nach der Buchmesse eure Messeberichte zu lesen. Weil wir alle dort waren und unsere Perspektiven uns gegenseitig dennoch völlig neu sind.

Hier kommt also meine.

Freitag

Ich bin am Freitag den ersten Tag auf der Messe gewesen. De Vormittag habe ich mit dem Kennenlernen toller Bloggerinnen begonnen, die wie ich letztes Jahr als Jury für den Bloggerpreis „Das Debüt“ gelesen haben.

Sylvia und Astrid von leckerekekse, die tatsächlich leckere Kekse dabei hatten.

Angelika von Angelika liest, die sich, mitten im Leben stehend, noch einmal den Traum vom eigenen Buchladen erfüllt hat, in dem sie sich von den Spiegel Bestsellerlisten abwendet, und sehr persönliche Buchempfehlungen gibt.

Petra von LiteraturReich und natürlich Bozena von Blog Das Debüt, die mit uns die Erfahrungen vom letzten Preislesen noch einmal besprach.

Danach schloss ich mich zum Bloggerempfang bei Diogenes an, wo uns das aktuelle Programm vorgestellt wurde. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Buch über Oktopusse.

Ach ja - und das die Lautstärke des Stöhnens über den neuen Benedict Wells der Erwartung der Vortragenden nicht entsprach. Es hätte noch etwas lauter sein können.

Die Diogenes-Veranstaltung habe ich noch recht forschen Schrittes, mit dem Vorsatz meinem vorher gefassten Programm zu folgen, verlassen, mich aber dann, in der Glashalle einmal kurz innehaltend, entschlossen, mich doch lieber treiben zu lassen…

So kam ich beim 3sat Stand zu einer Diskussion mit Denis Scheck an (und Freunde sagen, ich kam sogar kurz ins Fernsehbild), später zu einem Workshop über richtiges Sprechen, dessen Werbung ich an der Plakatwand eines Hallenrandes gesehen hatte.

Und dann wie gesagt, im Messebuchhandel. Und da blieb ich dann auch.

Rena Fischer schreibt in ihrem Messebericht über Menschen, die "die Cover abfotografieren und hinterher die Bücher im Buchhandel kaufen“. Ich fühlte mich ertappt. Hier meine Gedankestützen für Sachbücher. Die Fotos sind nicht auf Schönheit sondern schnell schnell geknipst, abder wenn ihr drauf klickt, könnt ihr sie größer sehen.

       

Samstag

Der Samstag fällt dieses Jahr wegen vereister Weichen leider aus.

Ich habe bei Freunden in Halle übernachtet und es war morgens kein Reinkommen auf die Messe. Nach 3h warten in der Kälte gaben wir es auf.

Ich beglückwünsche euch alle, die ihr es am Samstag zur Messe geschafft habt. Nachdem, was ich hörte, war es trotz des Verkehrschaos typisch Samstags-voll.

Sonntag

Am Sonntag waren wir schon eine halbe Stunde vor Öffnung im Messegebäude. Vor dem Eingang habe ich noch eine Freundestruppe, die neben mir wartete, für das Bloggen angeworben. Ic habe ihnen davon erzählt, dass man sich als Blogger als Presse akkredetieren lassen kann. Mal sehen, ob das als Langzeitmotivation ausreicht.

Dann ging es nach kurzem Luftholen und neue Leute kennen lernen in der Blogger-Lounge, Halle 5, zu den Blogger:Sessions gleich nebenan.

Die Veranstaltung zum Storytelling von Janine (Frau Hemingway), die darauffolgende zu Alleinstellungsmerkmalen für Blogs von Glora (fictionfantasy) , und die dazu parallel laufende über Schleichwerbung von Tilmann (54books) haben mich am meisten Neues und Kontruktives gelehrt.

Vom Storytelling werde ich mich von nun an für meine Beträge inspirieren lassen.

Meinen Blog möchte ich in nächste Zeit mehr eingrenzen, auch wenn das wohl bedeutet, dass ich nicht mehr alles rezensiere, was ich lese.

Und den Unterschied zwischen Werbung und nicht Werbung, habe ich nun noch genauer Verstanden, als Tilmann es uns schon im letzten Jahr erklärt hatte. Auch wenn man gar kein Geld erhält, ist marktschreierisches Anpreisen eines Buches zum Beispiel Werbung und muss demnach gekennzeichnet werden. Interessant.

Zum Nachmittag hin fand ich die Veranstaltungen dann leider weniger ergiebig.

Trotzdem ich im Moment nicht dezidiert mit Verlagen zusammenarbeite, gabe es bei der Session über die Zusammenarbeit mit Verlagen nur Offensichtlichkeite und für mich nichts Neues zu erfahren.

Die Session übers Nicht-Kuscheln und stachelig sein, habe ich nur ab der Mitte mitbekommen, sie wirkte sehr spontan, um nicht zu sagen unvorbereitet.

Beim Vortrag "Buchblogger im Vergleich: Listen, Rankings und Awards " ist mir Jennifer von Lesen in Leipzig als sehr gute informierte und pointierte Sprecherin aufgefallen. Ich bin ihr gleich auf Twitter gefolgt und möchte ihren Blog weiterempfehlen.

Die Veranstaltung zu Pros und Cons von Blogtouren war nochmal aufschlussreich. Was die Blogtouren angeht, die als Werbeaktion für ein bestimmtes Buch gemacht werden, so scheint niemand davon zu profitieren.

Die Blogs kriegen nicht mehr Besucher als sonst, die Leser sind schnell gelangweilt, und für die Verlage ist der Erfolg schwer anzumessen. In Verkäufen lässt er sich jedenfalls nicht ermessen. Diese Blogtoursache scheint also eher ein lose-lose-Geschäft darzustellen. Phillipp von Nerds gegen Stephan hat eine interessante Umfrage zu Thema gemacht.

Hier verlinke ich euch die Auswertung: Teil 1, Teil 2.

Mit einer Freundin habe ich meine letzten Stunden auf der Messe schlendernd verbracht und mir noch ein wenig Lektüre für die Zugreise besorgt:

Das war er also, mein Weg über die Messe 2017. Eine von den unendlich möglichen.

Kommentarfragen

Was waren eure Messe-Highlights?
Habt ihr es am Samstag auf die Messe geschafft?
Wie fandet ihr die Blogger:Sessions, falls ihr dort wart?